Das vergangene Wochenende 10. + 11. Juni verbrachten wir
bei den Pifferi e Tamburi im italienischen Baio Dora, die ihr 40-jähriges Bestehen feierten. Baio Dora ist ein Teilort der Stadt Borgofranco und liegt im Piemont im schönen Aostatal.
Ein lang gehegter Wunsch unseres Tambourmajors, Raimund Götz, ging am Samstag Morgen bei der Abfahrt am Zeller Bahnhof seiner Erfüllung entgegen. Nach seinen Besuchen mit der Zeller Stadtmusik in Borgofranco, wollte er auch seine Fanfarenzügler einmal die große italienische Gastfreundschaft erleben lassen. Zusammen mit seinem Hornistenfreund von der Filarmonica di Borgofranco, Marco Tognon, welcher die Organisation vor ort übernommen hatte, sollte ihm dies auch vorzüglich gelingen.
Bei schönstem Postkartenwetter führte unser Weg vorbei am Genfer See quer durch die Alpen. Bekannte Berggrößen wie das Mount Blanc Massiv, der Große St. Bernhard oder das Matterhorn wurden links und rechts passiert um nach gut 6 Stunden Busfahrt im Aostatal an zu kommen. Bereits bei der Ankunft wurde klar was auf uns zu kommt. Mit Pfeifen und Trommeln wurden wir empfangen und Musik sollte neben Essen und Trinken 2 Tage lang den Ablauf bestimmen. Nach der herzlichen Begrüßung, verbunden mit einem kleinen Imbiss, wurden die 2 Hotels in einem Nachbarort bezogen in die wir einquartiert wurden. Nach einer kurzen Siesta war dann am Abend mit weiteren 13 italienischen Musikgruppen zuerst ein Umzug durch Baio Dora, natürlich mit einem Stopp um Verpflegung aufzunehmen, angesagt. Auf dem Rückweg ins Festzelt wurde im Ortskern von jeder Gruppe ein kleines Konzert gegeben. So zog sich der Umzug bis gegen 23 Uhr hin.
Im großen Festzelt angekommen war das Abendessen bereits für uns gerichtet und erst dann durften wir einen zweiten Auftritt absolvieren. Dabei überraschten wir die Gastgeber in dem wir zur Verstärkung noch den Todtnauer Dudelsackspieler Bernd Waßmer dabei hatten und mit ihm gemeinsam ‚Highland Cathedral‘ und ‚Amazing Grace‘ vortrugen. Bis früh am Morgen wurden dann Freundschaften neu geknüpft oder alte gepflegt.
Am Sonntag luden uns die Gastgeber zur Besichtigung der Savoyischen Festung Bard, welche ihren Ursprung im 11. Jahrhundert hatte und u.a. bei den Napoleonischen Feldzügen eine wichtige Rolle spielte, ein. Danach ging es zurück nach Baio Dora wo man bereits an einer Balmetti, einem ortstypischen Weinkeller, auf uns wartete. Dafür wurde neben dem obligatorischen Wein und Imbiss auch die Musikgruppe J’amis D’Albian aus Borgofranco organisiert. Mit Musik ging es anschließend wieder ins Festzelt zum gemeinsamen Mittagessen. Wir ließen es uns nicht nehmen anschließend noch einige Stücke zum Besten zu geben. Dabei wurden auch die Gastgeschenke, die aus jeweils landestypischen festen und flüssigen Ernährungselementen bestand, ausgetauscht.
Dass das Leben nicht nur aus Musik und Spaß besteht bekamen die Festbesucher, so auch wir, bereits am Samstagabend eindrucksvoll vorgeführt. Die Pfeifer und Trommler aus Baio Dora unterstützen ein durch die heftigen Erdbeben der letzten Jahre stark zerstörtes Dorf im mittleren Italien. Hierzu hat man schon mehrere Projekte gestartet und auch schon erhebliche Spendengelder überreicht. In einem Film- und Bildervortrag wurde hiervon berichtet. Beeindruckt von dem enormen sozialen Engagement der Musiker entschlossen wir uns spontan in unseren Reihen zu sammeln und mit einem Zustupf des Vereins konnten wir den Spendenbetrag um weitere 600 Euro erhöhen.
Nach dem Besuch einer weiteren Balmetti hieß es am späten Nachmittag für uns Abschied nehmen von den neu gefundenen Freunden. Dies viel beiden Seiten nicht so leicht. Wie sehr die Freundschaft bereits geknüpft wurde zeigte sich dann auch beim Schlussakkord. Nicht nur die Musik spielte nochmals und hunderte Hände winkten, in bester Ice water Challenge Manier hüpften alle Pifferi e Tamburi in den benachbarten Swimmingpool und grüßten uns freudig von dort.
Viel Arbeit hatten während den beiden Tagen unsere beiden „Italiener“. Luciano Accumanno und Michele Martorana vielen nicht nur die offiziellen Reden zu sondern sie mussten auch Tag und Nacht für Dolmetscherdienste bereitstehen. Unterstützt wurden Sie dabei noch von Vita La Rosa. Bereits auf der Heimfahrt wurden Pläne geschmiedet wann und wie man einen baldmöglichen Gegenbesuch der neuen Freunde aus dem Aostatal organisieren kann.
Bilder folgen noch.